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RZB besteht EU-Bankenstresstest klar zurück

91 europäische Banken unter der Lupe

 
  • Kernkapitalquote 7,8 Prozent nach Krisensimulation
  • Kapitalisierung auch im Fall einer weiteren Krise eindeutig ausreichend

Die Ergebnisse des EU-weiten Belastungstests vom "Committee of European Banking Supervisors" (CEBS)  sind da! Demnach bestand die RZB Group den Test eindeutig und bewies damit, auch unter der Annahme einer weiteren zweijährigen Wirtschaftskrise ausreichend kapitalisiert zu sein. Neben der RZB Group nahm in Österreich auch die Erste Group teil, die Bank Austria wurde als Tochter der UniCredit in Italien getestet.

Das Hauptaugenmerk des Tests lag auf der Kernkapitalquote, die die Risikotragfähigkeit eines Instituts misst. Die RZB würde trotz der simulierten Krisenszenarien auf eine Kernkapitalquote (Tier 1, gesamt) von 7,8 Prozent kommen; das wären 1,5 Prozentpunkte weniger als der Vergleichswert zum Ultimo 2009 (9,3 Prozent, nach CEBS-Berechnungsmethodik). Damit liegt die RZB deutlich sowohl über den im Test vom CEBS empfohlenen Mindestwert von 6 Prozent als auch der gesetzlich erforderlichen Mindestquote von 4 Prozent.

Stresstest simuliert zwei weitere Krisenjahre
Der Stresstest umfasste ein vom CEBS vorgegebenes Grundszenario und zwei Krisenszenarien. Die OeNB hat für die österreichischen Banken strengere Maßstäbe gesetzt als vom CEBS vorgegeben, um deren Risikoexposure in Zentral- und Osteuropa genauer darzustellen. Das Grundszenario nimmt für die EU-27 ein Wachstum von 1,0 Prozent für 2010 und von 1,7 Prozent für 2011 an. Beim "Adverse Scenario" wurde unterstellt, dass die Wirtschaftsleistung 2010 stagniert und 2011 um 0,4 Prozent schrumpft. Insgesamt wurde somit über den Zwei-Jahres-Zeitraum ein gegenüber dem Grundszenario um rund drei Prozentpunkte gesunkenes Wachstum angenommen. Alle Berechnungen basieren auf einer "Nullwachstum"-Annahme, es wird also lediglich Geschäft im bestehenden Ausmaß weitergeführt. Bei der RZB Group würde dieses Szenario ein Absinken der Kernkapitalquote zum Jahresende 2011 auf 7,9 Prozent bewirken. In einem zweiten Stressszenario ("Additional Sovereign Shock") wurden auch eventuelle Verluste bei Staatsanleihen eingerechnet. Daraus würde für die RZB die erwähnte Kernkapitalquote zum Jahresende 2011 von 7,8 Prozent resultieren.

"Die RZB hat den Test ganz klar bestanden. Selbst unter dem Szenario einer prolongierten Krise bliebe unsere Kapitalisierung weit über der vom CEBS empfohlenen Mindestquote von 6 Prozent", sagte RZB-Risikovorstand Johann Strobl.

Test berücksichtigt keine Gegenmaßnahmen

Stresstests sind immer nur Momentaufnahmen und berücksichtigen daher keine Gegenmaßnahmen, die das Management einer Bank in einer realen Krisensituation logischerweise ergreifen würde. So hat etwa die RZB 2008 und 2009 ihr Portfolio eingehend überprüft und dort, wo es notwendig und sinnvoll war, reduziert. Außerdem wurde die Zusammensetzung des Kreditportfolios optimiert und die Gesamteffizienz des Konzerns weiter erhöht. Darüber hinaus wurden in den Tests keine Gewinne aus dem Eigengeschäft eingerechnet. Somit sind Stresstests zwar valide und standardisierte Instrumente zur Analyse, wie sich ein Unternehmen unter Krisenbedingungen entwickeln könnte, aber keine Vorschau, wie die tatsächlichen Ergebnisse selbst nach Eintritt der angenommenen Bedingungen ausschauen würden.

"Die Szenarien des Stresstests gleichen im Prinzip einem Crashtest, bei dem ein Auto ungebremst und ohne Ausweichmanöver gegen eine Wand fährt. Das Ziel war herauszufinden, ob unter solch schwierigen Bedingungen die Fahrgastzelle intakt bleibt und die Insassen geschützt sind. Selbst unter diesen sehr drastischen Annahmen würde die RZB weiter fahrtauglich sein. In Wirklichkeit würden wir natürlich zuerst bremsen und gegenlenken, um den Schaden von vornherein zu verhindern", kommentierte Stobl.

Das CEBS, der Ausschuss der europäischen Bankenaufseher, koordinierte den Test in Kooperation mit der Europäischen Zentralbank, der Österreichischen Finanzmarktaufsicht und der Oesterreichischen Nationalbank. Dem CEBS mit Sitz in London gehören u.a. OeNBDirektor Andreas Ittner und FMA-Vorstand Helmut Ettl an. Der Stresstest ergänzt die auf den Erfordernissen von Basel II und der Capital Requirements Directive der EU basierenden Risk Management-Verfahren und regulären Stresstestprogramme der RZB Group.